Messtechnik für Sprachaudio
Ich produziere keine Podcasts und mische keine Hörbücher. Ich messe, was aus der Produktion herauskommt, und sage, wo es auseinanderläuft.
Wer Sprachaudio aus vielen Quellen annimmt, von freien Sprecherinnen, aus Partnerstudios, von Gästen im Homeoffice, hat am Eingang selten eine Messung stehen. Auffällig wird das erst, wenn ein Kunde es hört, und dann fehlt die Zahl, mit der man darüber reden könnte.
Das ist ein Prüfschritt, keine zweite Postproduktion. Er lässt sich automatisieren und er läuft danach ohne Zutun mit.
Im August 2026 habe ich die öffentlich abrufbaren Formate von fünf deutschen Podcast-Agenturen durchgemessen, je zwei aufeinanderfolgende Folgen, nach EBU R128. Die Agenturen sind anonymisiert.
Wo eine Agentur auf der Skala liegt, ist die harmlose Hälfte des Bildes. Wie breit ihr Balken ist, ist die andere: A hält alle 28 Folgen in 3,8 LU, bei E sind es 9,6 LU über 24 Folgen.
| Agentur | Folgen | Formate | Median | Streuung | über −1 dBTP | schwankende Formate |
|---|---|---|---|---|---|---|
| A | 28 | 14 | −14,8 | 0,9 | 29 % | 6 von 14 |
| B | 6 | 3 | −18,4 | 1,1 | 0 % | 1 von 3 |
| C | 39 | 21 | −16,3 | 1,5 | 18 % | 7 von 18 |
| D | 10 | 5 | −16,4 | 1,6 | 50 % | 2 von 5 |
| E | 24 | 12 | −17,2 | 2,9 | 46 % | 8 von 12 |
unterscheiden sich um mindestens 1 LU zwischen zwei aufeinanderfolgenden Folgen. Wer beide hintereinander hört und ohne Lautstärkeanpassung abspielt, und das tun alle Web-Player, dreht dazwischen am Regler.
zwischen zwei Folgen desselben Formats, −16,6 gegen −24,3 LUFS, vollständig nachgemessen. Zwei weitere Formate liegen bei 6,8 und 6,2 LU.
liegen über −1 dBTP, sieben davon über 0 dBTP. Die Reserve, die eine verlustbehaftete Kodierung braucht, ist dort aufgebraucht.
Streuung ist die Standardabweichung der integrierten Lautheit in LU. Ausschnittmessung über die ersten neun Megabyte je Datei; alle genannten Einzelbefunde sind an der vollständigen Datei nachgemessen, und die Nachmessung hat den Spitzenwert des True Peak in einem Fall um 1,2 dB nach oben korrigiert.
Ich betreibe die Qualitätssicherung einer laufenden Synchronproduktion: Sprachaufnahmen von sechs freien Sprecherinnen und Sprechern kommen aus sechs verschiedenen Räumen, werden beim Eingang einzeln durchgemessen, auf Vollständigkeit geprüft und erst danach in die Mischung gelassen. Der fertige Master wird gegen das Quellvideo gegengerechnet, bevor er das Haus verlässt.
Gebaut habe ich das, weil das Abhören von Hand die Fehler nicht gefunden hat, die zählen. Eine falsch zugeordnete Spur, eine halb heruntergeladene Datei, eine Stimme, die 4 dB heller ist als in der Folge davor: das hört man nicht zuverlässig, das misst man.
Bestandsaufnahme, 690 Euro. Ich messe 20 bis 40 Dateien Ihres veröffentlichten Materials und liefere eine Seite: jeder Befund mit der Zahl, an der Sie ihn selbst nachprüfen können, und mit dem, was er im Zweifel kostet. Ergebnis innerhalb einer Woche, ohne dass jemand bei Ihnen etwas vorbereiten muss.
Alles Weitere ergibt sich daraus und wird vorher beziffert: eine automatische Prüfung im Eingang, eine feste Bearbeitungskette je Sprecher, eine Abnahmeprüfung für Zulieferungen.
Was nicht dazugehört: produzieren, mischen, mastern. Ich messe und sage, woran es liegt. Ihr Tonstudio behält seine Arbeit.
Wenn Sie wissen wollen, wie Ihr eigenes Material dasteht: Ich messe eine Auswahl durch und schicke Ihnen die Zahlen. Das kostet Sie eine Antwort.
post@nilsowepeters.de